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Exkurs: Italiener und Autofahren:
Teil 1 Hupen: Hupen ist für den Italiener ein Ausdruck von Lebensfreude. Gehupt wird zu jedem Anlass.Am liebsten wenn die bevorzugte Fussballmannschaft gewonnen hat (Bei der Nationalmannschaft leider sehr selten der Fall). Aber auch bei Hochzeiten und Taufen und anderen Glücksgefühlen z.B. eines Sieges von Ferrari. Da der Italiener ein emotionaler Mensch ist, kann er sich auch im Alltag spontanen Freudeausbrüchen nicht erwehren. Am liebsten wenn er ein gewagtes Manöver kommentieren kann. Jeder Italiener ist auch eine kleiner Ferraristi und Michael Schuhmacher. Wem es also gelingt waghalsig vor einem anderern ohne zu blinken in die Lücke zu stossen der wird sogleich mit heftigen Freudeausbrüchen belohnt. Gleiches gilt, wenn man an der Ampel ca. eine 10tel Sekunde nach dem grünwerden noch steht, oder wenn man vorschriftsmässig in 3. Reihe parkt.
Rot ist im übrigen nur eine Aufforderung zum weiterfahren und Linien auf der Strasse dienen nur zum Füllen von Schlaglöchern. Sollte Ihnen also z.B. in Rom ein Hupkonzert widerfahren, dann haben sie auf jeden Fall alles richtig gemacht.
Teil 2 Fiat: Es gibt Ihn noch, den Italiener und seinen Fiat. Auch wenn Franzosen und Japaner Marktanteile erobert haben, so sieht man noch genügend Stücke von Italiens liebtster Automarke. Besonders auf dem Land sind die Cinquecento, Panda und Uno noch Omnipräsent. Meistens hört man sie noch ehe man sie sieht. Ein leichtes Säuseln untermalt von einem notorischen Quitschen und Rasseln kündigen ihn an. Dann biegt er um die Kurve, die Trennscheiben vorn und hinten fest mit der Strasse verhaftet. Dellen oder fehlende Teile verliehen dem Auto Charakter, genauso wie der obligatorische Rost. Der Fahrer sitzt in lässiger Haltung am Lenkrad, die Hände im 90 ° Winkel und das Kinn lässig oben aufs Lenkrad gelegt. Meistens wird dabei noch telefoniert und gestikuliert oder beides. Mit atemberaubender Geschwindigkeit eilt er voran. Geschwindigkeiten von 30 km/h bergauf sind keine Seltenheit. Er mag es überhaupt nicht überholt zu werden, überholt aber seinerseits um jeden Preis, egal ob die Strassenlage es zulässt oder nicht. Durch seine geringe Breite passt er auch zwischen 2 Lkw hindurch und insbesondere in die engste Gasse. Das verleiht ihm gerade in den antiken Städten im Bergland einen Vorteil, der die Erhaltung seiner Art noch über Jahre hinaus sichern wird. Dennoch wird um vorsichtigen Umgang mit dieser Spezies gebeten....
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